Mitreden war gefragt: Reininghaus denkt Mobilität weiter

Umfrage-Ergebnis präsentiert

552 Menschen haben an der Umfrage „Verkehr & Mobilität in Reininghaus“ teilgenommen. Am 7. Mai wurden die Ergebnisse in der Tennenmälzerei präsentiert. Der Tenor: Die Zufriedenheit im Stadtteil ist hoch und der Mobilitätsmix ein Ausblick in die Zukunft von sanfter Mobilität. Gleichzeitig zeigen die Rückmeldungen, wo weiter nachgeschärft werden muss – und wird.
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Mobilitätsumfrage

Zeitraum: 23. Jänner bis 27. März 2026

Teilnehmende: 552 Personen*, davon 417 Bewohner:innen, 135 in RH Beschäftigte oder Besucher:innen (= 10%, Stand November 2025: 5.000 Bewohner:innen/Beschäftigte in RH)

Durchführung: verkehrsplus

initiiert und im Auftrag gegeben: Verein Stadtteil Graz Reininghaus

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Hohe Zufriedenheit

Ich bin mit dem Stadtteil generell zufrieden: ja, (sehr) zufrieden: 71 %

Ich unterstütze das Konzept „autoarmer Stadtteil“: ja, sehr: 42 % | ja: 23 %

Ich bin mit der Innenstadtanbindung zufrieden: mit dem ÖV: 61 % sehr zufrieden, 29 % zufrieden | Fahrrad/E-Scooter: 43 % sehr zufrieden, 42 % zufrieden | PKW/Motorrad: 19 % sehr zufrieden, 39 % zufrieden |

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Interessante Fakten

Ich besitze eine öffentliche Zeitkarte für den ÖV: ja, – 65 %

Um zur Ausbildungsstätte oder zur Arbeit zu kommen, nutzen täglich: 37 % die ÖV, 22% das Fahrrad,  23 % den PKW.

Ich besitze einen PKW und nutze ihn allein: ja – 38 %; während 27 % ihn mit anderen teilen. Mir steht ein PKW-Stellplatz zur Verfügung: ja, – 56 %. Da

Ich habe Interesse an einem Parkplatz-Sharing-System (nur Personen mit Stellplatz befragt): Nutze ich bereits – 8 % | Ja, kann ich mir vorstellen – 29 %.

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Gesamte Umfrage

Sie konnten am 7. Mai nicht selbst vor Ort sein? – Kein Problem, hier finden Sie die Präsentation der Umfrage.

Verwendungshinweis: Die Informationen der Umfrage dürfen für den privaten Nutzen verwendet werden. Jegliche gewerbliche oder werbliche Nutzung ist nur mit der ausdrücklichen Erlaubnis des Rechteinhabers (Verein Stadtteil Reininghaus) gestattet.

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Ihre Meinung?

Verbesserungsbedarf? Den sehen einige bei Parksituation, Apothekenversorgung oder den Autos in der Fußgängerzone.

Sie haben Fragen, Anregungen oder Ideen? – Wenden Sie sich gerne an den Verein unter info@reininghausgründe.at 

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Tipp: tim-Angebote
Im Rahmen des 2. Stadtteilfestes Reininghaus am 3. Juli werden tim-Mitarbeiter:innen Rede und Antwort stehen zu Fragen rund um die Nutzung der tim-Standorte in Reininghaus.
Mobilitätsverhalten & Zufriedenheit

Meist wird viel geredet, aber am Ende passiert wenig. In Reininghaus soll das anders sein. Deshalb hat der Verein Stadtteil Graz Reininghaus im Frühjahr eine umfassende Umfrage zum Thema „Verkehr & Mobilität in Reininghaus“ initiiert. Durchgeführt und ausgewertet wurde sie von den Grazer Mobilitätsexpert:innen von verkehrplus. Befragt wurden Menschen, die in Reininghaus wohnen oder arbeiten:

  • Welche Verkehrsmittel nutzen sie?
  • Wie erleben sie die Parksituation?
  • Wie gut funktionieren Öffis, Radwege, Fußwege und Sharing-Angebote?
  • Und wo braucht es aus Sicht der Bewohner:innen weitere Maßnahmen?

 

Insgesamt nahmen 552 Personen. Das entspricht rund 10 Prozent der Menschen, die in Reininghaus leben oder arbeiten.

 

„Wir sind ja im ständigen Austausch mit den Menschen vor Ort, hatten ein Bauchgefühl dazu, wie die Stimmungslage ist, wo der Schuh drückt. Nun sind wir in einer Phase, in der ca. 30-40% der geplanten Bauten projektiert und in Bau sind und wollten es genau wissen. Uns war wichtig, dass wir eine Umfrage machen, die von den externen Expert:innen verkehrplus durchgeführt wird. Die außergewöhnlich hohe Beteiligung zeigt das große Interesse und die Bereitschaft zur Mitwirkung“, so Alexander Daum (ENW), Vorstand des Vereins.

Ein Stadtteil, der bewusst anders geplant wurde

Verkehr ist in Reininghaus seit Beginn ein zentrales Thema. Schon im Jahr 2010 wurde im Rahmenplan der Stadt Graz für den neuen Stadtteil eine „eingeschränkte Auto-Mobilität“ festgelegt. Damals war auch klar: Die Umsetzung dieses Ziels würde anspruchsvoll werden. Heute ist sichtbar, was damit gemeint war: An der Oberfläche gibt es vergleichsweise wenige Parkplätze, geparkt wird vor allem in Tiefgaragen. Dadurch bleibt mehr öffentlicher Raum frei – für Wege, Grünflächen, sicheres Spielen, Aufenthalt und Begegnung.

 

Die Umfrage-Ergebnisse zeigen, dass die Realität im Stadtteil Reininghaus, die Vision (festgelegt im Rahmenplan 2010) überholt hat – im positiven Sinne. Es nutzen um 4 % mehr Personen das Fahrrad als angenommen, Öffis sogar um 14 %; und die 25 % Marke an PKW-Lenker:innen wurde nur um 1% überschritten.

Bertram Werle, Stadtbaudirektor der Stadt Graz, äußerte sich im Rahmen der Präsentation am 7. Mai: „Dass man hier gerne lebt, ist für die Stadt ein wunderbares Ergebnis.“ Zugleich führte er mit Blick auf die Parkplatzsituation an, dass die Fertigstellung des Quartiers 2 mit den zahlreichen Parkplätzen ursprünglich viel früher geplant war.

 

„Stadtentwicklung ist ein Prozess, der Zeit braucht. Wir sind als Bauträger im ständigen Austausch nicht nur mir der Stadt, sondern auch mit Gewerbetreibenden, sind an der Realisierung der dringend notwendigen Apotheke dran; und ja, mit dem Q2 fehlt noch ein Herzstück.“, so Birgit Leinich (ÖSW), Vereinsvorstand.

 

Im Q2 ist unter anderem eine Tiefgarage für über 400 Pkw-Stellplätze – teils öffentlich zugänglich – sowie bis zu 700 Fahrradabstellplätzen geplant. Dass man aber die attraktiven Plätze und Freiflächen nicht in Parkplätze an der Oberfläche umnützen wolle, darin waren sich alle einig. Und dass die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr Reininghaus zu einem attraktiven Stadtteil mache.

 

Die Straßenbahnlinie 4 erschließt Reininghaus seit Ende 2021 direkt, ergänzt durch Busverbindungen und Mobilitätsangebote wie Carsharing-Knoten. Kurze Wege, ein weitgehend autofreier öffentlicher Raum und ein guter Mix aus Öffis, Rad, Fußwegen und Sharing-Angeboten waren von Beginn an Teil des Rahmenplans 2010. Die Umfrage bestätig das: Vieles davon kommt bei den Menschen im Stadtteil an.

Hohe Zufriedenheit, vielfältiger Mobilitätsmix

Die Zufriedenheit der Befragten mit Reininghaus ist hoch: 71 Prozent zeigen sich zufrieden. Zwei Drittel der Befragten stehen einem verkehrsberuhigten Stadtteil klar positiv gegenüber.

 

Wir freuen uns über die grundlegend positive Stimmung. Die ÖSW ist ja selbst mit einem Büro um Mirror angesiedelt und ich erlebe, wie der Stadtteil wächst. Als es um die Entwicklung des Stadtteils ging, haben sich 17 Bauträger vor Ort zusammengeschlossen, um bauplatzübergreifend zu planen. Diese Zusammenarbeit, mit dem Ziel eines lebendigen Stadtteils mitzugestalten, leben wir über den Verein Stadtteil Reininghaus bis heute. Gerade in einem verkehrsberuhigten Stadtteil wie hier ist es uns wichtig, die Transformationsprozesse im Bereich Verkehr und Mobilität gut im Blick zu behalten.“, so Birgit Leinich (ÖSW), Vereinsvorstand.

 

Auffällig ist auch der Mobilitätsmix. Zwar besitzen rund zwei Drittel der Befragten ein Auto, täglich genutzt wird es aber nur von etwa einem Viertel. Viele Bewohner:innen und Beschäftigte wechseln flexibel zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln: 84 Prozent gehen mindestens wöchentlich zu Fuß, 72 Prozent nutzen öffentliche Verkehrsmittel, 62 Prozent das Auto und 54 Prozent das Fahrrad. Das Fahrrad liegt damit in der regelmäßigen Nutzung bereits nahe am Auto.

 

Für den Arbeits- oder Ausbildungsweg nutzen 71 Prozent umweltfreundliche Verkehrsmittel: 44 Prozent fahren mit den Öffis, 22 Prozent mit dem Fahrrad, 5 Prozent gehen zu Fuß. Das Auto liegt mit 27 Prozent deutlich dahinter. Zwei Drittel der Befragten besitzen eine Zeitkarte für den öffentlichen Verkehr. Auch die Anbindung an die Innenstadt wird überwiegend positiv bewertet – mit den Öffis, mit dem Rad und auch mit dem Auto.

 

Umso erfreulicher ist, dass das Zukunftsszenario ‚verkehrsberuhigter Stadtteil‘ die Erwartungen übertroffen hat, indem der ÖV-Anteil bei 44 und die PKW-Nutzung nur bei 26 Prozent liegt. Gleichzeitig befinden wir uns weiterhin in einem Transformationsprozess, denn der Stadtteil ist vom Verhalten der Menschen vor Ort und von globalen Entwicklungen abhängig“, so DI Birgit Leinich, Vorstand Verein Stadtteil Graz Reininghaus und ÖSW.

Mobilität verändert sich – Reininghaus wächst mit

Was heute selbstverständlich wirkt, war bei der Planung von Reininghaus noch nicht in dieser Form absehbar. Lastenräder, E-Scooter, flexible Sharing-Angebote und neue Ansprüche an Radwege, Abstellflächen und Orientierungssysteme verändern die Mobilität in Städten laufend.

Als Reininghaus geplant wurde, sah Mobilität noch anders aus: Lastenfahrräder waren in österreichischen Städten eine Seltenheit und Roller noch ein Kinderspielzeug. Seither haben sich die Anforderungen an die städtische Mobilität, aber auch das persönliche Mobilitätsverhalten stark verändert“, so Dr. Markus Frewein, Geschäftsführer von verkehrplus ZT GmbH, der vor Ort von Ulrich Bergmann und Jakob Seidler im Rahmen der Präsentation vertreten wurde.

Genau deshalb versteht der Verein Stadtteil Graz Reininghaus die Umfrage nicht als Abschluss, sondern als Grundlage für die nächsten Schritte. Die Ergebnisse zeigen, was bereits gut funktioniert – und wo es konkrete Verbesserungen braucht.

Kritikpunkte werden aufgenommen – Maßnahmen folgen

Trotz der insgesamt positiven Ergebnisse gibt es auch Spannungsfelder. Besonders häufig genannt wurden Fragen rund um Parken, Orientierung, Besucher:innenparkplätze, unerlaubtes Befahren verkehrsberuhigter Bereiche sowie der Wunsch nach klareren Informationen.

 

Daraus leitet der Verein konkrete Maßnahmen ab. Für Menschen, die neu nach Reininghaus ziehen, wird eine aktualisierte Mobilitäts- und Verkehrsbroschüre vorbereitet. Sie soll übersichtlich zeigen, wo sich welche Angebote befinden: Parkmöglichkeiten, öffentlich zugängliche Stellplätze, Carsharing-Knoten, Radwege, Haltestellen, Postabholstationen und weitere wichtige Punkte im Alltag.

 

Auch an einer besseren Beschilderung der öffentlich zugänglichen Parkplätze in Reininghaus wird gearbeitet. Damit sollen Besucher:innen und Menschen, die nur kurz etwas erledigen, schneller erkennen, wo sie parken können – ohne unnötige Suche und Stress. Laut Vereinsvorstand gäbe es ausreichend freie Parkplätze; nur nicht (an der Oberfläche) sichtbar. Seit Kurzem gibt es im Quartiert 2 einen temporären Parkplatz (Zufahrt über die Kratkystraße). Eine Stunde parken ist kostenlos, weitere werden über das ARIVO Park- und Zufahrtssystem professionell geregelt. Am Quartier 2 soll ebenso eine temporäre Postfiliale folgen.

 

Ein weiteres Thema ist die Esplanade. Sie soll konsequent als autofreier Bereich weiterentwickelt werden und Kontrollen im rechtlichen Rahmen bald möglich sein.

 

Ziel ist es, unerlaubtes Befahren zu verhindern. Ein Punkt, den viele Befragte als störend empfinden und strengere Kontrollen fordern“, so Ing. Bettina Thaller, Vorstand Verein Stadtteil Graz Reininghaus und ÖWG.

 

Die Umfrage macht deutlich: Reininghaus ist kein fertiges Modell, das einmal geplant und dann unverändert umgesetzt wird. Der Stadtteil wächst, die Menschen ziehen ein, Wege verändern sich, Bedürfnisse werden sichtbar. Genau darin liegt die Stärke eines Stadtentwicklungsprojekts wie Reininghaus: Planung, Nutzung und Weiterentwicklung greifen ineinander.

 

„Damit Mobilität und Verkehr gelingen können, braucht es ein Zusammenspiel von Bauträger:innen, der Politik und den Bewohner:innen. Es geht darum, die richtigen Hebel zu finden und dort Veränderung voranzutreiben, wo sie möglich und sinnvoll ist “, so Alexander Daum.

 

Umfrage-Ergebnisse im Detail

Sie konnten am 7. Mai nicht selbst vor Ort sein? - Kein Problem, hier finden Sie die Präsentation der Umfrage, die von verkehrplus vor Ort präsentiert wurde.

Verwendungshinweis: Die Informationen der Umfrage dürfen für den privaten Nutzen verwendet werden. Jegliche gewerbliche oder werbliche Nutzung ist nur mit der ausdrücklichen Erlaubnis des Rechteinhabers (Verein Stadtteil Reininghaus) gestattet.