Trotz der insgesamt positiven Ergebnisse gibt es auch Spannungsfelder. Besonders häufig genannt wurden Fragen rund um Parken, Orientierung, Besucher:innenparkplätze, unerlaubtes Befahren verkehrsberuhigter Bereiche sowie der Wunsch nach klareren Informationen.
Daraus leitet der Verein konkrete Maßnahmen ab. Für Menschen, die neu nach Reininghaus ziehen, wird eine aktualisierte Mobilitäts- und Verkehrsbroschüre vorbereitet. Sie soll übersichtlich zeigen, wo sich welche Angebote befinden: Parkmöglichkeiten, öffentlich zugängliche Stellplätze, Carsharing-Knoten, Radwege, Haltestellen, Postabholstationen und weitere wichtige Punkte im Alltag.
Auch an einer besseren Beschilderung der öffentlich zugänglichen Parkplätze in Reininghaus wird gearbeitet. Damit sollen Besucher:innen und Menschen, die nur kurz etwas erledigen, schneller erkennen, wo sie parken können – ohne unnötige Suche und Stress. Laut Vereinsvorstand gäbe es ausreichend freie Parkplätze; nur nicht (an der Oberfläche) sichtbar. Seit Kurzem gibt es im Quartiert 2 einen temporären Parkplatz (Zufahrt über die Kratkystraße). Eine Stunde parken ist kostenlos, weitere werden über das ARIVO Park- und Zufahrtssystem professionell geregelt. Am Quartier 2 soll ebenso eine temporäre Postfiliale folgen.
Ein weiteres Thema ist die Esplanade. Sie soll konsequent als autofreier Bereich weiterentwickelt werden und Kontrollen im rechtlichen Rahmen bald möglich sein.
„Ziel ist es, unerlaubtes Befahren zu verhindern. Ein Punkt, den viele Befragte als störend empfinden und strengere Kontrollen fordern“, so Ing. Bettina Thaller, Vorstand Verein Stadtteil Graz Reininghaus und ÖWG.
Die Umfrage macht deutlich: Reininghaus ist kein fertiges Modell, das einmal geplant und dann unverändert umgesetzt wird. Der Stadtteil wächst, die Menschen ziehen ein, Wege verändern sich, Bedürfnisse werden sichtbar. Genau darin liegt die Stärke eines Stadtentwicklungsprojekts wie Reininghaus: Planung, Nutzung und Weiterentwicklung greifen ineinander.
„Damit Mobilität und Verkehr gelingen können, braucht es ein Zusammenspiel von Bauträger:innen, der Politik und den Bewohner:innen. Es geht darum, die richtigen Hebel zu finden und dort Veränderung voranzutreiben, wo sie möglich und sinnvoll ist “, so Alexander Daum.